PAARZEIT LEBEN
Paare, die mich bereits kennen, wissen, wie wichtig PAARZEIT für eine lebendige Beziehung ist.
Ich gebe hier - in der vertraulichen Du-Anrede - immer wieder mal ein kleines „Memo“, damit ihr am Ball bleibt und euch regelmäßig PAARZEIT schenkt und diese bewusst lebt.
PAARZEIT dient der Nähe. Nähe basiert auf Vertrauen. Vertrauen resultiert aus Offenheit und gegenseitigem Verstehen.
PAARZEIT gestalten: Wieder neugierig sein oder mal romantisch, Fantasie ausleben, Übermut wagen und einfach wieder Spaß haben. Aber auch ganz sanft und still miteinander sein dürfen. Viele spannende Erfahrungen.
Probiert es aus!
Ich möchte vorab darauf hinweisen, dass ich Menschen jeden Geschlechts und jeglicher Herkunft anspreche. Dabei ist meine bedingungslose Wertschätzung selbstverständlich.
Ich werde somit davon absehen, in meinen Texten Formulierungen zu benutzen, die das angeblich immer wieder bestätigen. Es stört den Lesefluss, und mein Verzicht ist keineswegs Ausdruck meiner weniger respektvollen Haltung.
… UND WER KÜMMERT SICH UM MICH??
EINSAMKEIT IN DER PAARBEZIEHUNG
Auf diese Weise entsteht Einsamkeit. Einsamkeit ist der Verlust des Selbst. Wenn du dich um die Angelegenheiten anderer Menschen kümmerst, sie bewunderst, verurteilst, ihnen sagst was sie zu tun haben, dann lässt du dich alleine. Wenn du im Geist dort drüben bist, ist hier niemand für dich da.
Byron Katie
Das Gefühl, in der Partnerschaft einsam zu sein, gibt es nicht so selten.
Wenn das Bedürfnis, vom Partner gesehen und gehört zu werden, untergeht bzw. nicht erfüllt wird, hat das ungünstige Auswirkungen auf die Paarbeziehung: wir sind unzufrieden, weil wir uns einsam fühlen. Der Haussegen hängt schief. Woran mag das liegen?
Wir neigen des Öfteren dazu, uns für andere „aufzuopfern“: z.B. dem Mann oder der Frau den Rücken freizuhalten, wenn der Job oder die Karriere viel Zeit und Energie fordern. Oder sich so stark für die Familie zu engagieren, dass man selbst auf der Strecke bleibt, wenn etwa die Termine der Kinder größeren Raum einnehmen, als die Zeit für sich selbst. Das sorgt in der Regel für latente Frustration mit dem Fazit: ohne me time KEINE Ausgeglichenheit!
Manchmal tendieren wir - auch in der Paarbeziehung - dazu, uns unaufgefordert um die Angelegenheiten anderer zu kümmern, natürlich weil wir es „gut meinen“. Oder wir geben ungefragt Ratschläge, da wir glauben, es besser zu wissen. Diese Form der Einmischung führt meist zu Reaktionen, die wir uns nicht wünschen. Der andere begehrt auf, ist trotzig und „undankbar“ oder zieht sich zurück. Wieder kommen Gefühle von Unzufriedenheit und Einsamkeit auf, weil wir uns nicht verstanden oder sogar abgelehnt fühlen. Statt Verbundenheit entsteht Distanz, statt ersehnter Anerkennung wird Zurückweisung empfunden.
Die Lösung lautet, erst einmal für sich selbst da zu sein! D.h. den Blick auf sich selbst und eigene Belange zu richten, anstatt die anderer regeln zu wollen.
Auch wenn es ein achtbarer Zug ist, sich aktiv um andere zu kümmern, sollte man also zunächst bei sich selbst bleiben. Selbstfürsorge ist kein „Egoismus“, sondern wesentliche Grundlage für eine erfüllte und entspannte Partnerschaft. Denn wie könnte uns der Partner sehen und hören, wenn wir uns selbst nicht wahrnehmen und vor allem, über unsere Bedürfnisse nicht miteinander reden!?
Vielleicht wäre es ein sinnvoller Weg, deine Einstellung zu dir selbst einmal zu überprüfen und dann mit deiner Partnerin offen darüber zu sprechen. Hoffentlich dürfen dann auch Dinge gesagt werden, die ansonsten vermieden werden oder untergehen, jedoch im Verborgenen rumoren …
Wann habt ihr das nächste Mal PAARZEIT?
Hier eine typische kleine Episode, die Paare im Alltag erleben …
Ein Paar während der Autofahrt
Er fragt sie: „Hör doch mal, der Wagen macht im 2. Gang ein Geräusch, das vorher nicht da war!“
Sie kann auch nach intensivem Lauschen nichts Ungewöhnliches hören.
Das macht ihn fassungslos, wo doch das Geräusch ganz deutlich vernehmbar ist.
Sie: „Ist das nicht interessant!? Männer hören die leisesten fremden Geräusche, die ihr Auto macht, aber wenn ihre Frau laut und in klarem Ton um ihre Aufmerksamkeit bittet, kriegen sie das nicht mit!“
Er: „Da möchte ich dich mal sehen, wenn ich mit einem kaputten Auto auf die Autobahn fahren würde! Statt froh zu sein, dass ich so gewissenhaft bin, meckerst du nur herum.“
Was will uns dieser kleine Ausschnitt aus dem Alltagsleben von Paaren sagen? Nun, ganz einfach, Männer und Frauen „funken auf unterschiedlichen Frequenzen“. Sachlich betrachtet haben beide „Recht“ – wobei es jedoch gar nicht darum geht. Vielmehr geht es – wie so oft - um das gegenseitige Verstehen …
Ich starte mit einem wunderschönen Gedicht von Khalil Gibran:
… Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie ein wogendes Meer sein zwischen den Ufern eurer Seele.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich,
aber lasst jeden von euch allein sein.
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.
(Khalil Gibran, Der Prophet)
Ja, Liebe braucht Raum, um sich zu entfalten.
Ihr seid die Gestalter eurer Liebe und Paarbeziehung.
Achtsam und einfühlsam, großzügig, liebevoll ….
